Mitteilung

Mitteilung
nach der Antwort des Generaloberen der Bruderschaft St. Pius X.
an den Präfekten des Dikasteriums für die Glaubenslehre
Ich begrüße die Antwort des Generalrats der Priesterbruderschaft St. Pius X. an den Präfekten des Dikasteriums für die Glaubenslehre. Darin wird eine jahrzehntelange Konsequenz bekräftigt, ohne dem Druck und den Angeboten der konziliaren und synodalen Kirche nachzugeben. Sie hat vor allem das Verdienst, auf scharfsinnige Weise das Paradoxon derer aufzuzeigen, die mit Worten ‘Dialog’ und ‘Gleichheit aller Menschen’ predigen, in der Praxis jedoch je nach Gesprächspartner mit «doppelten Maßstäben» messen.
Don Davide Pagliarani fordert Tucho Fernández provokativ auf, der FSSPX dieselbe «pastorale Flexibilität» zuzugestehen, die in anderen Fällen gezeigt wurde, wohl wissend, dass die «Pastoral» der Synodenbeamten eine heuchlerische rhetorische Fiktion ist.
Seine Worte erinnern an die Worte von Mgr. Lefebvre an Paul VI.: «Lasst uns das Experiment der Tradition machen» (11. September 1976). Es handelt sich um das ‘argumentum ex concessis’ (‘Argument aus dem Zugestandenen’) – eine rhetorische und logische Technik, bei der ein Gesprächspartner die Aussagen seines Gegners nutzt, um seine eigene Argumentation aufzubauen, mit dem Ziel, die Position seines Gegners zu widerlegen oder als falsch zu entlarven.
Don Pagliarani erinnert Tucho Fernández daran, dass die Bruderschaft nicht bereit ist, die Hypothese eines «kleinsten gemeinsamen Nenners» zu akzeptieren, der die offensichtlichen doktrinären Unterschiede verwischt, und dass es die Aufgabe der Hierarchie ist, das Depositum Fidei (‘das anvertraute Glaubensgut’) unversehrt zu bewahren und nicht zu beschneiden, um Reibereien zu vermeiden. Und gerade aufgrund dieses Prinzips zeigt der Generalobere der Bruderschaft, wie absurd es ist, sich auf der Ebene der Nächstenliebe auseinanderzusetzen, ohne die Wahrheit zu berücksichtigen.
Eine schöne Lektion – sehr vornehm und nicht ohne eine Prise gesunder Ironie –, die Tucho Fernández daran erinnert, dass die Rolle des Präfekten des ehemaligen Heiligen Offiziums nicht darin besteht, den Glauben im Namen einer Einheit zu verhandeln, die einzig und allein auf der Integrität des katholischen Glaubens beruhen kann.
Wenn Tucho Fernández wirklich glaubt, dass der pastorale Ansatz eine Chance haben könnte, muss er dies nur beweisen, indem er im Einklang mit seinen Aussagen handelt, was Tucho – wie bereits Kardinal Müller – von vornherein ausschließt, indem er das Zweite Vatikanische Konzil zu einem unantastbaren ‘heiligen Gegenstand’ erhebt.
Der Ball liegt nun bei Tucho und Leo. Das Einzige, was beide tun können, ist, das ‘Schisma’ zu erklären und so die Bruderschaft St. Pius X. endgültig vor jeder Ansteckung mit den Irrtümern der konziliaren und synodalen Kirche zu bewahren.
Das Schisma ist da: aber es ist das einer ‘Kirche’, die bereit ist, alle katholischen Dogmen zu verleugnen, um das Superdogma des Konzils und der Synode zu retten.
Wie ich in meinem jüngsten Interview mit Stephen Kokx gehofft hatte: Tucho und Leo wurden «in die Ecke gedrängt» oder, wie man in Chiclayo (Stadt in Peru) sagen würde: «Entre la espada y la pared» (‘Zwischen Hammer und Amboss’). Deo gratias.
+ Carlo Maria Viganò, Erzbischof
Viterbo, 20. Februar 2026
Feria VI post Cineres